Dienstag, 16. Mai 2017

Vorsommer VIII

Schon wieder abends weggewesen, schon wieder morgens dann verschlafen:
verwirrt wälze ich mich ein paar Stunden im endlos breiten Bett herum;
kämpfe don-quijoteisch an gegen grellen Sonnenschein und schrilles lautes Vogelzwitschern.

Stehe irgendwann dann, spastisch zitternd, auf, rutsche, kraftlos fluchend, auf dem Perserteppich aus –
liege rücklings auf den Fliesen rum, starre stumpf die Zimmerdecke an:
durch die Fenster flutet Licht die Wohnung, der blaue Himmel sticht mir in die Augen;
die Allergie lässt meine Nase laufen und direkt vor dem Haus parkt der endlos
lange schwarze Wagen einer sich laut in einer mir fremden Sprache anschreienden Großfamilie,
die – warum auch immer – auf dem Bürgersteig zu campen scheint
und mich befremdlich anstarrt, während ich diesen Text hier schreibe,
ihn, an meinem Schreibtisch sitzend, leise flüsternd für mich selbst vorlese.

Zwei unangenehm deutsch aussehende alte Damen gehen in geblumten Blusen
vor dem Fenster lang;
die Sonne spiegelt sich im hässlich-gelben Auto auf der andern Straßenseite;
laut ratternd rast, wie alle fünf Minuten, der LKW des Schrotthändlers vorbei –
würde mich einfach gern verstecken – mein armes krankes Hirn.

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