Samstag, 27. Mai 2017

Happy Birthday to Myself

Und ich bin mittlerweile gar nicht mal mehr wirklich einsam. Liege, trotz aller guten Vorsätze, morgens früh in meinem Bett herum. Zigarettenrauch durchzieht die Wohnung. Golden leuchtet die Ikea-Lampe. Die Sicht verschwommen, beide Rollläden ganz unten. Und manchmal guck' ich doch noch hektisch auf mein Handy, in der wirren Hoffnung, dass sich jemand bei mir meldet. Mir betrunken – oder was auch immer – suggeriert, man sei niemals wirklich ganz allein.
Meine Selbstgenügsamkeit bäumt sich auf und geht entzwei. Vorhin, durch die Innenstadt wankend, erhob sich stumm das halb zerfall'ne Bahnhofsgebäude vor dem grellen Sichelmond. Und Du hast Dich über mich gewundert, weil ich meinte, ich hätte einfach diese rauschhaft-schöne Sicht auf alle Dinge und auf alle Menschen; die mich, wenn ich ehrlich bin, wohl meist vor schlimmerem bewahrt.
Und ich spreche trotzdem mittlerweile mehr darüber, wie ich fühle, was ich für wirre Dinge denke.
So absurd versunken in mir selbst, unangreifbar, ganz allein. Und es ist so unerträglich dumm, doch im Nachhinein tut es mir leid, Dich nicht genug geliebt zu haben.
Ein paar Vögel zwitschern leise, die Stadt wacht langsam auf. In der Wohnung über mir stampft jemand rum. Das Laptop-Display blendet. Ich muss mich selbst zum Schreiben zwingen.
Meine Kälte artet aus – manchmal hab' ich Angst vor mir.

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